Diese zwei Dinge sollte jeder Hund können

Diese zwei Dinge sollte jeder Hund können

„Sitz", „Platz", „gib Pfötchen“ – viele Hundehalter sind stolz, wenn sie sich bei diesen Kommandos auf ihren Hund verlassen können. Allerdings gibt es zwei Kommandos, die viel wichtiger sind: ein funktionierender Rückruf und Zurückhaltung.

Rückruf

Dein Hund muss auf Dich hören, wenn Du ihn rufst. Das ist besonders wichtig, wenn Ihr zusammen draußen im Grünen unterwegs seid und Du ihn freilaufen lässt. Rufen, Pfeifen, Schimpfen, nochmals Rufen und am Ende durch die Büsche hinterherstapfen bringt nichts – außer, dass nun nicht nur Dein Hund, sondern auch Du durchs Zeckenrevier streifst. Zecken können gefährliche Krankheitserreger wie FSME*-Viren übertragen. FSME kann zu schweren neurologischen Schäden führen und im schlimmsten Fall sogar tödlich verlaufen. Achte deshalb auf einen entsprechenden Schutz für Euch beide. Hier kannst Du mehr darüber erfahren.

Zurückhaltung

Beim Treffen von Menschen und anderen Hunden muss Dein Hund sich zurückhalten können. Er sollte weder an anderen hochspringen, noch durch übermäßiges Bellen belästigen. Dein Hund muss lernen, dass nicht alle Menschen Hundefreunde sind und dass nicht jeder fremde Hund mit ihm spielen möchte.

Rückruf trainieren

Wenn Dein Hund nicht auf Deinen Rückruf hört, solltest Du zunächst den Beziehungsstatus zwischen Euch klären. Darf Dein Hund zu viel selbst entscheiden? Wird er zum Beispiel sofort in den Garten gelassen, wenn er an der Terrassentür steht? Oder darf er direkt von der Leine, wenn er einen Spielkameraden sieht? Dann ist schnell klar, wer der Chef ist.

Die Beziehung zwischen Mensch und Hund kann nicht auf Augenhöhe sein

Zur Sicherheit Deines Hundes solltest Du konsequent sein. Du bestimmst die Regeln. Es ist falsch verstandene Liebe, dem Hund zu viele Freiheiten einzuräumen. Denn nichts ist schlimmer, als wenn Dein Hund ungebremst über eine Straße rennt, bloß, weil er eine Fährte verfolgt.

Rückruf zuerst an der Leine üben

Die Beziehung zwischen Euch übt Ihr ohnehin jeden Tag. Beim Rückruftraining kannst Du mit einer langen Schleppleine beginnen. So hat der Hund ein gewisses Freiheitsgefühl, bewegt sich aber dennoch in einem Radius von ca. 10m um Dich.

Wichtig: Nur ein Rückruf-Signal

Rufe Deinen Hund zurück und verwende dabei immer das gleiche Signal. Entweder einen bestimmten Pfiff oder ein „Hier“ oder eine Pfeife. Keine Ausnahme. Kommt Dein Hund auf dieses Signal zurück, bekommt er eine besondere Belohnung. Zum Beispiel sein ultimatives Lieblings-Leckerli. Um den Effekt des Leckerlis zu verstärken, bekommt er dieses nur beim erfolgreichen Rückruf und bei keiner anderen Belohnungssituation. So wird der Anreiz größer, den Ruf oder Pfiff zu beachten.

Diese zwei Dinge sollte jeder Hund können

Zurückhaltung trainieren

Wie kannst du verhindern, dass dein Hund aus der Tür rennt, sobald du sie öffnest? „Bleib“, verbunden mit einer entsprechenden Handgeste, ist eine anspruchsvolle Übung. Schließlich muss Dein Hund lernen, seine natürlichen Impulse zu kontrollieren. Deshalb solltest Du so früh wie möglich mit Deinem Hund üben. Tolle Tipps und Anleitungen dazu bekommst Du in einer Hundeschule. Gönne Dir und Deinem Hund die Stunden. Es ist sehr entspannend, wenn Dein Hund bei Dir bleibt, egal ob der Postbote vor der Tür steht oder ein Hase übers Feld rennt.

Immer nur Leckerli?

Hunde lernen über Belohnung, das steht außer Frage. Doch ist es sinnvoll, jede erfolgreich erfüllte Aufgabe direkt mit einem Leckerli zu belohnen? Ja und nein. Dein Hund braucht positives Feedback, um zu lernen, welches Verhalten richtig ist. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, als den inflationären Einsatz von Leckerlis, zum Beispiel, das Lieblingsspielzeug anzubieten.

Wichtig ist, dass Du je nach Situation und Charakter Deines Hundes abwägst, was gerade am besten für ihn ist. Bei schon länger trainierten Hunden reicht kurzfristig auch eine Streicheleinheit als Belohnung. Leckerlis gibt es dann erst am Ende des Spaziergangs oder der Trainingseinheit.

*Frühsommer-Meningoenzephalitis