So genial sind Hunde

So genial sind Hunde

Hunde sind geniale Zeitgenossen mit einem evolutionären Vorteil – einer ausgezeichneten Nase. Während dem Menschen ca. 5 Millionen Geruchssinneszellen zur Verfügung stehen, sind es beim Hund etwa 220 Millionen - das sind 44 Mal mehr! Dieser tierische Vorteil und der bemerkenswerte Charakter von Hunden ist für Menschen äußerst nützlich.

Polizeihunde

Im Jahr 1896 wurden in der Stadt Hildesheim die ersten zwei Polizeihunde in den Dienst aufgenommen. Ihre Aufgabe war es, Polizisten bei der Nachtwache zu unterstützen. Seitdem haben sich die Aufgaben von Polizeihunden vervielfältigt, zum Beispiel Abwehr, Fährtenlesen oder das Aufspüren von Rauschmitteln und Sprengstoffen. Die Tiere leben im Haushalt ihres Hundeführers. Zwingerhaltung war in grauer Vorzeit. Heute gehen Hund und Halter gemeinsam zum Dienst und die Hunde sind Teil der Familie.

Lawinen-Suchhunde

Werden Menschen durch Schneelawinen in Wintersportgebieten verschüttet, muss es schnell gehen: In den ersten 15 Minuten bestehen die größten Überlebenschancen für die Opfer. Während menschliche Retter nur eine weite weiße Ebene sehen, können ausgebildete Lawinensuchhunde bis zu vier Meter unter dem Schnee verschüttete Personen lokalisieren. Durch Graben zeigen sie den Fund eines Menschen an. Neben den Lawinenhunden gibt es noch weitere speziell ausgebildete Rettungshunde, zum Beispiel für die Wasserrettung oder für die Suche nach Opfern in Gebäude-Trümmern. Auch die Bergrettung setzt Hunde ein.

Therapiehunde

Hunde haben nicht nur eine ausgezeichnete Nase, sondern auch exzellente soziale Fähigkeiten, die in der Betreuung und Behandlung von psychisch und körperlich Kranken eingesetzt werden. In erster Linie sind Therapiehunde Haushunde, die aber speziell darauf trainiert wurden Menschen zu unterstützen. Man unterscheidet zwischen aktiven und reaktiven Therapiehunden. Erstere fordern ihre Mitmenschen zum Spielen auf, letztere reagieren auf die Bedürfnisse ihres Gegenübers. Es ist erwiesen, dass der Einsatz von Therapiehunden Heilprozesse positiv beeinflusst, Ängste reduziert und Depressionen entgegenwirkt.

Reitbegleithunde

Im ersten Moment mag es widersprüchlich erscheinen Hunde (Jagdtiere) und Pferde (Fluchttiere) zusammen zu bringen. Doch mit Geduld und dem richtigen Training sind Ausflüge zu dritt kein Problem. Selbstverständlich sind einige Dinge zu beachten: Der Hund sollte nicht zu klein sein und lange Strecken laufen können. Außerdem sollte der Halter in der Lage sein, Hund und Pferd gleichzeitig zu kontrollieren und für beide ein Signal parat haben, das absolutes Gehör verschafft. Letztendlich ist es am wichtigsten, dass sich die beiden ungleichen Zeitgenossen langsam aneinander gewöhnen und vielleicht sogar Freundschaft schließen.

Tipp: Bei Ausflügen ins Grüne auf Zecken achten. Diese können gefährliche Krankheitserreger wie FSME*-Viren übertragen. Im Wald fallen Zecken übrigens nicht von den Bäumen, sondern werden vom Pferd oder dem Hund von Gräsern und Sträuchern abgestreift. Mehr Zecken-Mythen hier im Blog. 

Wichtig zu wissen: Zecken haben keine Nase!

Viele Hundebesitzer verwenden Kreuzkümmelöl oder Kokosöl, um den Hund vor Zeckenstichen zu schützen. Allerdings haben Zecken keine Nase und können die intensiven Düfte nicht wahrnehmen – Hunde mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn hingegen schon. Um sie beim Schnüffeln nicht einzuschränken, sollten Hundehalter lieber auf geruchsneutrale Methoden zur Zeckenabwehr zurückgreifen. Mehr dazu hier.

Blindenhunde

Blindenhunde werden ab einem Alter von 4-6 Monaten von professionellen Trainern auf ihre zukünftige Aufgabe vorbereitet. Die häufigsten verwendeten Hunderassen sind Golden Retriever, Deutsche Schäferhunde und Labradore. Sie haben eine gute Größe, ein meist sanftes Temperament und ausgezeichnete Lernfähigkeiten.

Die hochqualifizierten Vierbeiner unterstützen ihre Besitzer im Alltag: Sie beherrschen über 70 verschiedene Hörzeichen und können zum Beispiel freie Sitzplätze, Telefonzellen, Eingangstüren oder Briefkästen finden. Zusätzlich sind Blindenhunde dazu ausgebildet, ihre Besitzer vor Gefahrensituationen zu beschützen. Will Herrchen oder Frauchen die Straße überqueren, obwohl es nicht sicher ist, nimmt der Hund eine spürbare Protesthaltung ein.

Blindenhunde können allerdings nicht erkennen, ob eine Ampel rot oder grün ist. Stattdessen finden sie die gelben Boxen an den Ampeln und führen ihre Besitzer dort hin, damit diese dann selbst die Ampel aktivieren.

*Frühsommer-Meningoenzephalitis