Was Hundehalter häufig falsch machen

Was Hundehalter häufig falsch machen

Du liebst Deinen Hund und könntest dauernd mit ihm knuddeln und spielen? Dann achte darauf, dass Du diese Fehler vermeidest:  

1. Anstarren

Für Deinen Hund ist ein langer, direkter Blickkontakt ein Zeichen der Provokation. In der Natur taxieren sich Rivalen für längere Zeit, um eventuelle Schwächen ihres Gegners auszumachen. Gibt keiner von beiden nach, kann es zum Kampf kommen. Zwinge Deinen Hund deshalb nicht, Dich lange anzusehen. Wenn er wegblickt zeigt das, dass er die Rangfolge akzeptiert.

2. Umarmungen

Wir Menschen umarmen uns gerne: zur Begrüßung, zum Abschied, wenn wir uns freuen oder trösten wollen. Doch für Hunde bedeutet eine Umarmung meist Stress. Für sie ist das Umschließen des Körpers mit den Armen ein Zeichen von Dominanz und Aggression, denn wenn Hunde untereinander eine Rangfolge auskämpfen, stellt sich der Sieger über den Verlierer und platziert seine Pfoten um ihm. Der Hund kann diese Situation nicht von einer Umarmung unterscheiden und fühlt sich folglich von Dir bedroht, egal wie lieb Du es meinst. Deshalb erspare ihm diesen Stress und lasse die Umarmungen einfach weg.

Zeichen, die Dein Hund bei Stress aussendet:

  • Kopf wegdrehen mit Gähnen
  • Augen zusammenkneifen oder weit aufreißen (viel Weiß im Auge sichtbar)
  • Ohren anlegen/geduckte Körperhaltung
  • Schnelles, flaches Hecheln
  • Schnauze lecken

Familienhund

3. War doch nur Spaß

Hunde verstehen keinen Humor. Die meisten von ihnen tolerieren zwar unser für sie anstrengendes Verhalten, da sie es von klein auf gelernt haben, doch darf man sich darauf nicht verlassen. Bei anhaltender Provokation kann es sein, dass Dein Hund aggressiv wird. Vor allem Kinder müssen aufgeklärt werden, dass Hunde kein Spielzeug sind.

Absolute "No-gos" sind: Futter während des Essens wegziehen, Spielzeug beim Spielen nicht erreichen lassen, den Hund ankläffen, verkleiden oder schminken. Lässt Du diese Dinge weg, wird sich Dein Hund wohler fühlen.

4. Pausen missachten

Hunde haben ein weit höheres Schlafbedürfnis als wir, 50-70% des Tages (12-17h) verbringen die meisten von ihnen mit Schlafen und weitere 15-25% (4-6h) mit Ruhen. Du musst diese tierischen Auszeiten respektieren, denn die Folgen von Schlafmangel für Hunde ist ähnlich wie bei Menschen: Hunden können Hyperaktivität, Konzentrationsschwierigkeiten und Probleme beim Lernen zeigen. Es kann aber auch zur Schwächung des Immunsystems und langfristig zu Burn-outs kommen. Um dies zu verhindern, musst Du Deinem Hund seine Pausen gönnen.

5. Störung des Rückzugsortes

Da Hunde ein so hohes Schlaf- und Ruhebedürfnis haben, ist es wichtig, dass ihr Rückzugsort sicher und tabu für alle außer sie selbst ist. Wenn sich Dein Hund hinlegt, dann gib ihm seine Zeit. Warte mit der nächsten Kuscheleinheit, bis er wieder zu Dir kommt und achte darauf, dass nicht zu viele Leute eng an ihm vorbeilaufen.

6. Gestresste Spaziergänge

Für Deinen Hund ist das tägliche Spazierengehen mehr als nur Auslauf und eine Chance, sein Geschäft zu verrichten. Er möchte zusammen mit Dir die Umgebung erkunden und den Zusammenhalt Eures "2-Mann-Rudels" zu verbessern. Deswegen ist es wichtig, dass Du Dir Zeit für euch nimmst und vor allem auf Telefonate verzichtest. Beschäftige Dich mit Deinem Hund und genieße die freie Zeit.

Von der Zeit im Grünen profitiert Ihr beide. Achte nur darauf, dass Ihr gut gegen Zecken geschützt seid. Das Halsband Seresto bietet Deinem Hund Zeckenschutz für bis zu 8 Monate. Du selbst kannst Dir Zecken durch passende Schuhe, Kleidung und Anti-Zecken-Sprays vom Leib halten. Um das Risiko einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung durch FSME*-Viren auszuschließen, kannst Du Dich außerdem gegen FSME impfen lassen. Hier kannst Du mehr zur FSME bei Menschen und Hunden erfahren.

7. Die Standard-Route

Sei ehrlich zu Dir selbst: Möchtest Du jeden Tag, dreimal den exakt gleichen Spaziergang machen? Vermutlich nicht. Auch Dein Hund wird sich den Weg, den Ihr täglich beschreitet, merken und sich dann mit Dir langweilen.

Optimal für ihn ist es, wenn Du Dir verschiedene Routen überlegst, die auch verschieden lang sind, und regelmäßig rotierst. Wenn Du nicht viele Abwechslungsmöglichkeiten hast, dann versuche die Route an sich spannend zu gestalten. Spiele mit Deinem Hund unterwegs und erkunde mit ihm die Umgebung. Im Wald kannst Du ihn zum Beispiel über Baumstämme balancieren lassen und im Feld Leckerli verstecken, die er dann suchen muss. Ausflüge am Wochenende in einen neuen Wald oder zu einem Gewässer werden nicht nur Deinen Hund glücklich machen.

*Frühsommer-Meningoenzephalitis